Visitation 1975/2002
Die Einladung zu der Ausstellung "175 Jahre Württembergischer Kunstverein Stuttgart Freiwillige Selbstauskunft" im Herbst 2002 nutzt die Arbeitsgemeinschaft, um ihre "retraktaktierte" Arbeit wieder aufzunehmen und in einem Kunstverein Retrograde Massnahmen einzuleiten.
Unter dem Logo "Visitation 2002/175WKV" beginnt die, wiederum um 4 Mitglieder erweiterte, Gruppe in den Monaten September und Oktober 2002 Mitglieder des Wuerttembergischen Kunstvereins in ihren Wohnungen zu besuchen. Nach schriftlicher Benachrichtigung bestimmt eine Zufallsauswahl die telefonische Kontaktaufnahme mit etwa 40 der 4000 Mitglieder, woraus sich ca. 35 Besuche im Großraum Stuttgart ergeben. Zur Differenzierung finden weitere Besuche in Berlin und New York statt. Um Gezeigtes zu sehen, führt die vorherrschende Produktionsdynamik im Kunstbetrieb die Besucher in die Museen und die Mitglieder in den Verein.
Die Arbeitsgemeinschaft ändert diese Richtung im Sinne der Schubumkehr, um im privaten Raum mit performativen Mitteln den Zustand der Produktionsverhältnisse zu verdichten und Prozesse der Selbstorganisation zu ermöglichen.
Am 11. September eröffnet die Arbeitsgemeinschaft im Basement des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart ein Büro. Es ist über die Wendeltreppe im Vierecksaal zu erreichen. Vor Ort werden strukturelle Phänomene des Vereins (Hierarchie, menschliche Faktoren, Organisation, Kunstbegriff) erörtert. Die Erkenntnisse fließen in die Vorbereitungen der Hausbesuche ein. Drei Teams mit je zwei Personen verlassen über den Hintereingang den Kunstverein, um die eigentliche Arbeit mit den Vereinsmitgliedern in den Haushalten aufzunehmen.
Siehe Katalog:
175 Jahre Württembergischer
Kunstverein Stuttgart S. 18 ff





